Eingangsseite der Tschechischen Universität für Landwirtschaft Schulforstbetrieb in Kostelec nad C.l.
Landwirtschaftliche Universität in Prag, Tschechische Republik
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Der Zeitraum vor der Schlacht am Weißen Berg /Bila hora/

Die Herrschaft Kostelec n.C.l. hat eine relativ lange Historie. Zum erstenmal wird Kostelec n.C.l. im Zusammenhang mit dem Tausch der Kostelecky Herrschaft für die Herrschaft Nachod, den der König Jan Lucembursky im Jahre 1344 verwirklichte, erwähnt. Es wird hier über Costelicz in Nigra silva gesprochen. Der Benennung nach kann geschätzt werden, dass es in der Umgebung von Kostelec tiefe Wälder gab, meistens von Kiefer und Tanne gebildet.

Schon seit Jan Lucembursky stand hier eine Burg, aber nur ein Rest davon ist geblieben. Beim Eintritt in den ersten Vorhof ist es der rechte gewölbte Teil des Schlossvorhauses. Im Jahre 1489 wurde Kostelec n.C.l. durch Vladislav Jagelonsky zum Städtchen befördert.

Von Bila hora zur Entstehung der Schulforstwirtschaft

Zu großen Landschaftsveränderungen kam es während des 3o-jährigen Krieges, wo es im großen Maß zur Ausbrennung und Vernichtung vieler Dörfer und Kastellen zukam. Mehr als 2/3 des Ackerlandes blieb verödet und wurde von Wald bewachsen. Zum Jahr 1654 betrug das Ausmaß des öden Ackerlandes der Kostelecky Herrschaft etwa 36oo Hektar. Der Stand der Nutztiere senkte sich enorm, im Gegenteil stieg der Stand der Raubtiere.

Eine Große Aufmerksamkeit wurde dem Jagdwesen gewidmet. Die erste Erwähnung über den Kostelecky Wildpark erschien im Jahre 1713. Es wurden zuerst Damböcke, später dann Hirsche und eine kurze Zeit auch ungarische Schafe gezüchtet. Wie aus den Nachweisen der erjagten Tiere aus dem 18.Jahrhundert hervorgeht, waren die Stände der Waldtiere sehr hoch. Edelwild 16 Stück auf 1000 Hektar, der Stand des Rehwildes schwankte je nach Jagdrevier zwischen 60 - 100 Stück auf 1000 Hektar.

Im Jahre 1934 übergab der Staat der Landwirtschaftlichen Universität Prag die Herrschaft Liechtenstein. Zu dieser Zeit entstand hier die Verwaltung der Staatlichen Forste der Schulforstwirtschaft in Kostelec n.C.l.

Das im Jahre 1955 vom Ministerium für Kultur errichtete Nationalschutzgebiet Voderadske Buciny hat die Bedeutung als ein weiterer wichtiger Markstein in der Historie der Forstwirtschaft Kostelec n.C.l. Außer Schutzgebiet bewirtschaftet die Fakultät für Forstwirtschaft noch weitere andauernde Versuchsflächen. Manche von ihnen wurden in den Jahren 1938 und 1939 von Prof.Ing.Dr. Josef Sigmond und Prof.Ing.Dr. Vilibald Sevcik gegründet.

Hiesige und auch ausländische Fachmänner besuchen oft die Schulforstwirtschaft und ihre Bedeutung überragt das rein pädagogische Ziel. Seit der Errichtung der Schulforstwirtschaft ist ihr Organ auch die Verwaltung des Teichsystems am Jevany-Bach.